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Präzision und Resilienz: Warum moderne Netze mehr als Quarze brauchen

Präzision und Resilienz: Warum moderne Netze mehr als Quarze brauchen

Zeit ist die unsichtbare Infrastruktur unserer digitalen Welt. Ob 5G-Netz, Stromversorgung oder Finanzhandel – ohne präzise Synchronisation funktioniert nichts. Doch reicht ein Quarz oder ein GNSS-Signal allein heute noch aus? Die Antwort lautet: nein. Moderne Infrastrukturen brauchen resiliente Zeitversorgung, die auch dann zuverlässig bleibt, wenn einzelne Quellen gestört oder ausgefallen sind.

Quarze – das Fundament jeder Zeitversorgung

Quarze und Oszillatoren sind seit Jahrzehnten die Basis jeder Elektronik. Vom einfachen Resonator bis zum temperatur- oder ofenkontrollierten Oszillator (TCXO, OCXO) liefern sie eine stabile Taktung. Ohne sie wäre kein Prozessor, kein Router und kein Messsystem denkbar.

Mit steigenden Anforderungen reicht diese Stabilität allein jedoch nicht mehr aus. 5G, Smart Grids oder der Hochfrequenzhandel bewegen sich im Bereich von Mikro- und sogar Nanosekunden – eine Dimension, die nur mit zusätzlichen Technologien abgesichert werden kann.

Präzision im Vergleich: Anforderungen aus der Praxis

Die nötige Genauigkeit unterscheidet sich je nach Branche deutlich:

  • Telekommunikation (5G): ±1,5 µs Synchronisation zwischen Basisstationen (3GPP TS 38.133, ITU-T G.8271).
  • Energieversorgung (Smart Grids): ≤1 µs, um Phasenverschiebungen zu erfassen und Schutzeinrichtungen auszulösen (IEEE C37.118, IEC 61850).
  • Finanzwesen: Zeitstempel ≤100 µs (MiFID II, RTS 25), in der Praxis oft deutlich präziser.
  • Luft- und Raumfahrt / Verteidigung: Nanosekundenpräzision kombiniert mit Holdover-Fähigkeiten über Stunden bis Tage.

Atomuhren und GNSS – komplementäre Stärken

Atomuhren auf Rubidium- oder Cäsiumbasis liefern eine hochstabile Zeitbasis, die über lange Zeiträume präzise bleibt und nur gelegentlich gegen externe Referenzen nachgeführt werden muss.

GNSS wiederum bezieht seine Genauigkeit ebenfalls aus Atomuhren an Bord der Satelliten – sein großer Vorteil liegt in der weltweiten Verfügbarkeit und der Möglichkeit, verteilte Systeme einfach zu synchronisieren.

Im Zusammenspiel ergänzen sich beide Ansätze:

  • Atomuhren bieten lokale Stabilität und sichern die Präzision im Fall eines GNSS-Ausfalls.
  • GNSS sorgt für die globale Synchronisation, solange die Signale verfügbar und unverfälscht sind.

ePRC+ Technologie auf einen Blick

Die ePRC+ von Oscilloquartz ist die erste kommerzielle Cäsium-Atomuhr mit optischer Anregungstechnologie.

  • Längere Lebensdauer: doppelt so hoch wie bei klassischen magnetischen Cäsiumuhren.
  • Höhere Stabilität: präzisere Referenz für kritische Netze.
  • Effizienz: geringerer Wartungsaufwand und reduzierte Betriebskosten.

Damit setzt ePRC+ neue Maßstäbe für hochstabile Primärreferenzen in Telekommunikation, Energie und Metrologie.

Gesicherte Zeitversorgung: mehr als eine Quelle

Die Erfahrung zeigt: Eine einzelne Quelle reicht nicht. GNSS-Signale sind anfällig für atmosphärische Störungen, Jamming oder Spoofing. Quarze bieten zwar eine stabile Basis, können aber längere Ausfälle nicht überbrücken.

Die Lösung liegt in einer gesicherten Zeitversorgung, in der mehrere Technologien ineinandergreifen:

  • GNSS für globale Synchronisation.
  • Atomuhren für Präzision und Holdover.
  • Synchronous Ethernet (SyncE) und Precision Time Protocol (PTP) zum Transport externer Referenzen über Netzwerke.

Oscilloquartz aPNT+ Technologie

Mit der aPNT+ Technologie hat Oscilloquartz dieses Prinzip in einer Architektur umgesetzt:

  • Kombination und Überwachung mehrerer Quellen.
  • GNSS als primäre Synchronisation.
  • Atomuhren (Rubidium, Cäsium, ePRC+) als stabile lokale Referenz.
  • SyncE und PTP für den zuverlässigen Transport zusätzlicher Referenzen.
  • Intelligente Algorithmen, die Manipulationen erkennen und automatisch die verlässlichste Quelle auswählen.

Das Ergebnis: resiliente Zeitversorgung, die auch unter widrigsten Bedingungen funktioniert – ein entscheidender Vorteil für Betreiber kritischer Infrastrukturen.

Fazit

Quarze und Oszillatoren bleiben das unverzichtbare Fundament unserer Netze. Doch steigende Anforderungen machen es notwendig, sie mit Atomuhren und intelligenten Synchronisationsverfahren zu ergänzen. Resilienz wird zum Schlüsselbegriff: Nur wer auf mehrere Quellen setzt, kann sicherstellen, dass die Zeitversorgung auch bei Störungen verlässlich bleibt.

Mit der aPNT+ Technologie von Oscilloquartz bietet Lange-Electronic Lösungen, die Präzision und Resilienz vereinen – und damit den Takt für die Netze von morgen vorgeben.

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