Kurzdefinition
GNSS Interferenz bezeichnet unbeabsichtigte oder absichtliche Beeinflussungen von GNSS-Signalen, die deren Empfang, Auswertung oder Verlässlichkeit beeinträchtigen.
Beschreibung
GNSS-Signale sind am Empfänger sehr schwach und daher besonders anfällig für Störungen durch andere Funksignale. Interferenzen können aus natürlichen, technischen oder betrieblichen Quellen stammen und führen zu einer Verschlechterung der Positions-, Navigations- oder Zeitinformation. Die Auswirkungen reichen von erhöhter Messunsicherheit bis hin zum vollständigen Verlust der GNSS-Nutzung.
Im Kontext moderner PNT-Systeme stellt GNSS Interferenz ein wesentliches Risiko dar, da viele Anwendungen auf eine kontinuierliche und präzise GNSS-Versorgung angewiesen sind. Maßnahmen zur Erkennung und Minderung von Interferenzen sind daher ein zentraler Bestandteil resilienter PNT-Architekturen.
Typische Anwendungen
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Bewertung der GNSS-Verfügbarkeit in kritischen Infrastrukturen
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Planung und Betrieb von PNT- und Synchronisationssystemen
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Analyse von Störumgebungen in urbanen oder industriellen Gebieten
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Absicherung von Navigations- und Zeitdiensten
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Überwachung der Signalqualität in GNSS-Empfängern
Einschränkungen
Nicht jede Interferenz lässt sich eindeutig identifizieren oder lokalisieren. Kurzzeitige oder schwach ausgeprägte Störungen können schwer nachweisbar sein und dennoch die Genauigkeit der GNSS-Auswertung beeinflussen.
Abgrenzung zu ähnlichen Begriffen
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GNSS Störung: Allgemeiner Begriff, der neben Interferenzen auch Ausfälle oder Signalabschattungen umfasst.
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Jamming: Beschreibt gezielte, absichtliche Interferenz, während GNSS Interferenz auch unbeabsichtigt auftreten kann.
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Spoofing: Bezeichnet die gezielte Manipulation von GNSS-Signalen und ist von reiner Interferenz abzugrenzen.
Siehe auch
Englischer Begriff
GNSS Interference


