Kurzdefinition
Holdover bezeichnet den Betriebszustand eines Systems, in dem Zeit- oder Frequenzinformationen nach dem Ausfall einer externen Referenz eigenständig weitergeführt werden.
Beschreibung
Im Holdover-Modus hält ein System seine zuletzt gültige Zeit- oder Frequenzreferenz mithilfe lokaler Komponenten aufrecht. Grundlage dafür ist in der Regel ein interner Oszillator, dessen Stabilität bestimmt, wie lange die bereitgestellte Zeit- oder Frequenzinformation innerhalb akzeptabler Abweichungen bleibt.
Holdover ist ein zentrales Konzept in der Zeit- und Frequenzsynchronisation sowie in PNT-Systemen, da externe Referenzen nicht jederzeit verfügbar sein können. Die Qualität des Holdovers beeinflusst maßgeblich die Robustheit und Verlässlichkeit des Gesamtsystems bei kurz- oder mittelfristigen Unterbrechungen.
Typische Anwendungen
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Zeit- und Frequenzsynchronisation in Kommunikationsnetzen
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Überbrückung von GNSS-Ausfällen
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Betrieb kritischer Infrastrukturen bei Referenzverlust
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Referenzuhren mit erhöhter Verfügbarkeitsanforderung
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Resiliente PNT-Systeme
Einschränkungen
Während des Holdovers nimmt die Abweichung von der ursprünglichen Referenz mit der Zeit zu. Die Dauer, über die ein System im Holdover nutzbar bleibt, ist begrenzt und abhängig von der Stabilität des internen Oszillators sowie von Umgebungsbedingungen.
Abgrenzung zu ähnlichen Begriffen
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Zeitreferenz: Liefert den absoluten Zeitbezug, während Holdover den Betrieb ohne aktive Referenz beschreibt.
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Oszillator: Technische Grundlage für Holdover, stellt jedoch allein keinen Holdover-Zustand dar.
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Redundante Referenz: Vermeidet Holdover durch Umschaltung auf eine alternative externe Quelle.
Siehe auch
Englischer Begriff
Holdover


