Kurzdefinition
Interferenzmitigation bezeichnet Maßnahmen und Verfahren zur Verringerung oder Kompensation der Auswirkungen von Störeinflüssen auf Signale und Systeme.
Beschreibung
Bei der Interferenzmitigation geht es darum, erkannte oder vermutete Interferenzen so zu behandeln, dass deren negative Effekte auf den Systembetrieb minimiert werden. Dies kann durch Anpassungen auf Signal-, Empfänger- oder Systemebene erfolgen, ohne dass die Störquelle selbst zwingend beseitigt wird. Ziel ist die Aufrechterhaltung von Verfügbarkeit, Genauigkeit und Integrität der betroffenen Dienste.
Im Kontext von GNSS- und PNT-Systemen ist die Interferenzmitigation ein zentraler Bestandteil resilienter Architekturen. Sie ergänzt die Interferenzdetektion, indem auf erkannte Beeinträchtigungen reagiert und der Einfluss auf Positions-, Navigations- und Zeitinformationen begrenzt wird.
Typische Anwendungen
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Absicherung von GNSS-basierten PNT-Systemen
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Stabilisierung von Zeit- und Frequenzsynchronisation
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Betrieb kritischer Infrastrukturen bei Störeinflüssen
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Verbesserung der Robustheit von Funk- und Navigationssystemen
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Unterstützung resilienter Systemkonzepte
Einschränkungen
Interferenzmitigation kann die Auswirkungen von Störungen reduzieren, jedoch nicht in allen Fällen vollständig eliminieren. Bei starken, breitbandigen oder langanhaltenden Interferenzen können die Möglichkeiten zur Minderung begrenzt sein.
Abgrenzung zu ähnlichen Begriffen
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Interferenzdetektion: Dient der Erkennung von Störungen, während die Mitigation auf deren Behandlung abzielt.
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Interferenzlokalisierung: Bezieht sich auf die Bestimmung der Störquelle, nicht auf die Reduzierung der Auswirkungen.
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Resilient PNT: Umfasst neben der Interferenzmitigation weitere Maßnahmen zur Erhöhung der Systemrobustheit.
Siehe auch
Englischer Begriff
Interference Mitigation


